Gene :

Kleiner Farb-Genetik-Kurs 2

black - chocolate - lilac

B

black (nicht chocolate, also auch red, cream, blue usw.)

b

chocolate

bl

light chocolate (cinnamon,"zimtfarben")

>  b b verändert schwarzes Pigment zu chocolate
>  b b verändert rotes Pigment nicht !
>  bl bl = rötliches hellbraun (Abessinier sorrel), verhält sich rezessiv zu B und b

Wenn das Verdünnungs-Gen hinzu kommt, verändern sich die Farben - egal, ob es sich um einfarbige Katzen, um Schildpatt oder Tabbys handelt.

Von black zu blue

Von chocolate zu lilac

Siamzeichnung

Von cinnamon zu fawn

C

Vollfarbe ( keine Maskenzeichnung)

cb

Burmafärbung

cs

Siamfärbung (Masken-Gen)

ca

Albino

> cb, cs und ca haben eine aufhellende Wirkung auf schwarzes Pigment und die Augenfarbe
> Körper- und Abzeichenfarbe sind durch die Außenthemperatur beeinflußbar, je kälter desto dunkler (daher auch die dunklen Abzeichen an den kühlsten Körperstellen : Schwanz, Gesicht, Beine und Ohren)
> cs cs bewirkt eine stärkere Aufhellung & stärkeren Kontrast zwischen Points (Abzeichen) und Körperfarbe als cb cb

Durch die Vermischung der Gene cb und cs ( Kreuzung von Burma & Siamkatze) wurde eine neue Rasse geschaffen - der Tonkanese. Diese Katze kann nicht reinerbig gezüchtet werden, da bei der Verpaarung immer wieder Siam und Burmas entstehen können.

Von black zu blue - das Verdünnungs-Gen

Daß sich durch das Verdünnungs-Gen die Farbintensität des Fells deutlich abschwächt, war ja bereits im Kapitel "black - chocolate - lilac" zu sehen. Aber warum ist das so ?
Es ist ganz einfach - das Gen 'D' bedingt eine sehr dichte Pigmentierung des Haares (1), das Gen 'd' hingegen bedingt eine weitaus geringere

Silber - das Inhibitor-Gen (engl. 'inhibit' = verhindern)

Das Inhibitor-Gen ( I ) verhindert, daß Pigment im unteren Teil des Haares sichtbar wird. Die Folge ist ein silberweißes Fell mit farbigen Spitzen. Wie passiert das genau ?
Stellen Sie sich eine Straße vor, die immer schmaler wird und schließlich in einer Sackgasse mündet. Auf der Straße liegt ganz viel Split. Nun kommt ein Bagger und schiebt den Split in Richtung der Sackgasse. Auf dem Weg dorthin beginnt er nach einer Weile, immer wieder ein paar kleine Steinchen zu verlieren. Es werden immer mehr und schließlich hat er das Ende der Straße erreicht und dort liegt dann der größte Teil der kleinen Steinchen.
Jetzt stellen Sie sich vor, die Sackgasse ist ein einzelnes Haar und die Split-Steinchen sind Farbpigmente. Das Gen 'I' verdrängt also praktisch die Pigmente zur Haarspitze hin ( 1. voll pigmentiertes Haar, 2. "Silber"-Haar).

Je nachdem, wie stark das Gen ausgeprägt ist, ist der nicht pigmentierte Teil des Haares länger oder kürzer. Dadurch entstehen die verschiedenen Spielarten :

1) Smoke - non-Agouti Katzen, 1/3 bis 1/2 des Haares ist silber
2) Silver Tabbys - wenn das Silber-Gen zum Agouti-Gen hinzu kommt, sehen wir eine Stromung / Tigerung auf silberweißem Untergrund; meist starker Kontrast, da das Gen 'I' besonders stark auf die Agouti-Haare wirkt
3) Shaded - Tabby-Katzen, 2/3 bis 3/4 des Haares ist silber
4) Shell / Chinchilla - Tabby-Katzen, 7/8 des Haares ist silber

Das Inhibitor-Gen ist ein Poly-Gen, es kann sich also in Verbindung mit anderen Genen verschieden auswirken. Daher kann es auch passieren, daß aus zwei optisch nicht silbernen Katzen plötzlich silberne Jungtiere entstehen. Meist trägt dann eines der Elterntiere auch Verdünnung ( ist also z.B. blau oder creme). In dem bereits aufgehellten Fell ist ein sehr geringer Silberanteil manchmal kaum zu sehen.

Kurzhaar & Langhaar

Das beste Beispiel für die Vererbung der Fell-Länge sind die Perser und die Exotic Shorthair. Die Exotic Shorthair ist eigentlich eine kurzhaarige Perserkatze. Nur statt des Genes 'l' für Langhaar hat die Exotic Shorthair das Gen 'L' für Kurzhaar. Das bedeutet, daß man zwar aus zwei Exoten kleine Perser bekommen kann, aber umgekehrt geht das nicht !

1) Verpaarung zweier reinerbiger Perser > dabei können auch nur Perser geboren werden

2) Verpaarung von einem Perser und einem mischerbigen Exoten - es können beide Rassen vorkommen

3) Verpaarung von einem Perser und einem reinerbigen Exoten - es können nur Exoten vorkommen

4) Verpaarung von zwei mischerbigen Exoten - es können beide Rassen vorkommen

5) Verpaarung von zwei reinerbigen Exoten - es können nur Exoten vorkommen

Man sieht hier noch ein Mal, wie stark dominante Gene arbeiten - sobald ein Tier mit reinerbigen dominanten Genen mit einem anderen Tier verpaart wird, zeigen sich die entsprechenden Merkmale bei allen seinen Nachkommen.

Geschlechtsgebundene Vererbung

Die Vererbung der Fellfarbe hängt direkt mit dem geschlechtsbildenden Chromosom 'X' zusammen. Nur dieses Gen trägt die Farbinformation, und es kann auch nur eine Information tragen - also entweder schwarz oder rot. Das Gen 'y' trägt keine Farbinformation. Da das Gen 'O' gegenüber dem Gen 'o' nicht dominant, sondern gleichwertig ist, können Schildpatt-Katzen entstehen. Und da der Kater normaler Weise nur ein X-Chromosom hat, kann er nur eine Farbe haben. Dennoch kann, ähnlich wie bei der Mutation, durch einen Fehler beim Kopieren der Gene ein Schildpatt-Kater entstehen. Diese Tiere haben meist zwei oder mehr X-Chromosomen, sind aber oft unfruchtbar.
Achtung : es kann auch hin und wieder mal vorkommen, daß eine Schildpattkatze kein einziges
rotes Haar hat ! Daß diese Katze genetisch Schildpatt ist, fällt nur dann auf, wenn sie mit einem nicht roten Kater plötzlich roten oder schildattfarbenen Nachwuchs hat. Entweder hat sie tatsächlich nur ein oder zwei rote Haare, die man nicht sieht, weil sie vielleicht am Bauch oder in den Achseln sitzen oder sie fallen innerhalb der Tabby-Zeichnung nicht auf, weil sie vom Rot- bzw. Creme-Anteil der Farbe des Agoutis zu ähnlich sind. Bei diesen Tieren sollte dann ein Vermerk im Stammbaum stehen ( z.B. Farbe : black classic tabby - genetisch torbie ).

Folgende Aussagen können verbindlich getroffen werden :

> verpaart man ein schwarzes Tier mit einem roten Tier, so sind die Mädchen immer bunt und die Kater haben die Farbe der Mutter
> verpaart man eine schildpatt Katze mit einem roten Kater, so bekommt man rote und bunte Mädchen und die Kater sind schwarz oder rot
> verpaart man eine schildpatt Katze mit einem schwarzen Kater, so bekommt man bunte und schwarze Mädchen und die Kater sind schwarz oder rot
> verpaart man zwei rote Tiere, so entstehen auch nur rote Nachkommen

Weißscheckung

Die Weißscheckung hat keinesfalls etwas mit den ganz weißen Katzen zu tun, und ist züchterisch kaum beeinflußbar. Das Gen 'S' ist sehr unberechenbar und es kann durchaus vorkommen, daß aus zwei Tieren mit geringem Weißanteil ein Harlekin gefärbtes Tier geboren wird. Man kann aber relativ sicher sagen, daß ein Tier mit sehr hohem Weißanteil auch reinerbig für das Gen 'S' ist.

Minimal-Scheckung

Harlekin

Van

1 - 3) sehr wahrscheinliche Kombination von Gen 'S' und 's' (1. hat meist nur einen kleinen weißen Fleck an der Kehle oder am Bauch)
4 - 5) kann sowohl S s als auch S S sein
6 - 7) sehr wahrscheinlich S S

Warum eine weiße Katze eigentlich gar nicht weiß ist

Stellen Sie sich folgendes vor : es hat geschneit und wenn Sie durch die Straße gehen, ist alles was Sie sehen weiß. Sie wissen aber genau, unter dem Schnee ist die Straße schwarz, das Dach Ihres Hauses ist rot oder der Tannenbaum grün.

Das Gen 'W' ist epistatisch, das bedeutet es hindert alle anderen Farben daran ihre Wirkung zu zeigen ! Dennoch sind diese Farben aber vorhanden und können vererbt werden !! Nur reinerbig weiße Katzen zeugen ausschließlich weiße Nachkommen - was aber nicht bedeutet, daß diese weißen Katzen keine Farbe unter ihrem "Tarnkäppchen" haben.

Aber wie findet man nun heraus, welche Farbe die weiße Katze eigentlich genetisch gesehen hat ? Dazu benötigt man möglichst viele Informationen zu dem Stammbaum der Katze. Welche Farbe hatten ihre Eltern und Großeltern? Ebenso kann man Testverpaarungen mit nicht weißen Katzen machen und anhand der Nachkommen Rückschlüsse auf die Farbe der weißen Katze schließen.

Beispiel : weiße Katze, weiblich, Kurzhaar
Vater : weiß, Kurzhaar - Mutter : blue tortie smoke, Kurzhaar (Gencode : aa B- C- dd I- L- Oo ss -- ww XX)
Verpaarung der weißen Katze mit einem black tabby classic Kater
Wurf : 1 Katze weiß, 1 Kater blau mackerel tabby, 1 Katze schildpatt, 1 Kater rot weiß

Jetzt können wir folgendes feststellen :
> die Katze trägt sowohl Agouti als auch non-Agouti, denn sie hat sowohl getigerte als auch einfarbige Nachkommen ( also Aa) - außerdem war die Mutter reinerbig und kann nur ein 'a' vererbt haben
> über die Gene B und C können wir keine Aussage treffen
> sie trägt sowohl das Gen 'D' als auch 'd', denn sie hat vollfarbige und verdünnt-farbige Nachkommen ( also Dd)
> obwohl sie keine silbernen Nachkommen hat, sagt das nichts darüber aus, ob sie das Gen 'I' von der Mutter geerbt hat, daher keine Aussage
> alle Nachkommen sind Kurzhaarig, demnach hat sie zumindest ein Gen 'L' ( L-)
> sie muß schildpatt sein, denn sie hat bunte Mädchen und Kater von beiden Farben ( Oo)
> sie muß zumindest ein 'S' haben, denn eines der Nachkommen ist gescheckt
> sie vererbt mackerel Tabby und ist somit in Verbindung mit dem Gen 'A' eine Tabby-Katze ( T-)
> sie ist mischerbig für weiß ( also Ww), sonst hätte sie nur weiße Nachkommen und sie ist weiblich ( also XX)

Gencode der weißen Katze : Aa -- -- Dd -- L- Oo S- T- Ww XX
> > > die Katze ist wahrscheinlich eine schwarz getigerte schildpatt Katze mit weiß ( black mackerel torbie white) oder eine schwarz-silber getigerte schildpatt Katze mit weiß ( black silver mackerel torbie white)!!

Ob sie vielleicht chocolate-Träger, Silber-Träger oder Masken-Träger ist, kann man nur in weiteren Testverpaarungen herausfinden - wenn man Glück hat, denn Mutter Natur schüttelt die Gene immer wieder durcheinander und bestimmt, was kommt und was verheimlicht bleibt. So kann eine Katze 4 Würfe nur black tabbys haben und beim 5. Wurf liegt plötzlich ein blaues oder schwarzes Tier im Nest.